Sprach-Kitas-Retten

Für den Erhalt des Bundesprogramms "Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist", hat eine Kita-Leiterin aus Mecklenburg-Vorpommern am 01.08.2022 an den deutschen Bundestag eine öffentliche Petition, mit einer Mindestzahl von 50.000 Unterschriften, eingereicht. Bis zum Ende der Mitzeichnungsfrist habe 203217 Menschen unterschrieben! Am 17.10.2022 wird es deshalb eine offizielle Anhörung im Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages geben, mit der Teilnahme der Bundesfamilienministerin oder einer Vertretung.

In diesem Jahr führe ich drei ganztägige Fortbildungen in der Ludwig-Schlaich-Akademie in Waiblingen durch

1.) Beiß nicht gleich in jeden Apfel -…oder was bedeutet Qualität in der Kita

Am 23.05.2022. Die Fortbildung richtet sich vor allem an ‚Neulinge‘ und Quereinsteiger im pädagogischen Beruf – ganz im Sinne von Marie von Ebner-Eschenbach: „Wer aufhört, besser werden zu wollen, hört auf, gut zu sein.“

2.) Bildungsprozesse beobachten und dokumentieren - Vom spontanen Alltagsblick zur individuellen und systematischen Beobachtung und Dokumentation

Am 06.07.2022 geht es um gesehen, gehört, verstanden und berührt zu werden, die berühmte Familientherapeutin Virgina Satir beschreibt dies als das größte Geschenk, das einem Menschen gemacht werden kann.

3.) Partizipation in der Kita - die Kita wird zum demokratischen Ort

Am 07.11.2022 widmen wir uns der Mitwirkung, dem Gestalten und der Teilhabe der Kinder am ihrem Kita-Alltag. Janusz Korczak hat schon vor über 100 Jahren treffend formuliert:

„Das Kind hat das Recht, ernst genommen, nach seiner Meinung und seinem Einverständnis gefragt zu werden.“

Die detaillierten Inhalte und Ziele finden Sie im Fortbildungsprogramm unter:

Veranstaltungstipp des ffb

Das Forum frühkindliche Bildung lädt im Format ForumAmPuls ein zu "Führung von untern? Was pädagogische Fachkräfte für eine bessere Führung tun können: Do. 29.09., 16-17 Uhr., mit Prof. Dr. Armin Schneider und  am 05.10.2022 von 16.00 - 17.30 Uhr zur achten Sonderausgabe Kinder und Familien mit Fluchterfahrung. Diese  befasst sich mit "Kultursensitive Pädagogik in der Kindertagesbetreuung" mit Prof. Dr. Jörn Borke

 Infos hier:

Steine auf dem Küchenbord

Dieses tolle Buch von Astrid Lindgren hab‘ ich zum Geburtstag bekommen und heute schon ziemlich „verschlungen“. Wer an die Kraft von „verschrobenen Einfällen“ und der Liebe, an Spielen, spielen und nochmal spielen, an Märchen-Bücher und Fantasie glaubt, wird diese Buch nicht mehr aus der Hand legen können. Ein wunderbares Geschenk an sich selbst, oder für einen ‚Lieblingsmenschen‘.

Ich wünsche allen eine besinnliche Adventzeit

Reform des SGBVIII

Das Kinder- und Jugendstärkegesetz (KJSG) ist verabschiedet. Am 10.06.2021 ist das Gesetz veröffentlicht worden, und damit in Kraft getreten.

Mehreren Paragrafen, beispielsweise: §1, §22 und § 24 wurden mit dem Begriff ‚selbstbestimmt‘ erweitert. So lautet §1 nun:

„Jeder junge Mensch hat das Rech auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer selbstbestimmten, eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit.

Unter §27 (Hilfen zur Erziehung) wird betont, dass ‚unterschiedliche Hilfearten miteinander kombiniert werden können, sofern dies dem erzieherischen Bedarf des Kindes oder Jugendlichen im Einzelfall entspricht.‘

§45 (Betriebserlaubnis) nimmt explizit zur Sicherung des Kindeswohls die „Entwicklung, Anwendung und Überprüfung eines Konzeptes zum Schutz vor Gewalt“ mit auf. ‚Verfahren der Selbstvertretung und Beteiligung sowie Beschwerdemanagement‘ sind hierbei unerlässlich/ zwingend.

In §47 werden die Regelungen einer ‚gegenseitigen Informationspflicht‘ zum Wohl des Kindes dargelegt.

Hilfen sollen zukünftig niederschwellig und aus einer Hand kommen. Sofort gilt dies für die Inklusion in der Jugendhilfe. 2024 sollen sogenannte VerfahrenslotsInnen eingeführt werden. 2028 sollen Leistungen für junge Menschen sowohl mit (drohender) seelischen Behinderung also auch mit (drohender) körperlicher oder geistiger Behinderung vorrangig vom Träger der öffentlichen Jugendhilfe gewährt werden.

Die Synopse zum KJSG des DIJuF ist eine sehr gute Arbeitshilfe, zu finden hier:

Im Gespräch: Maria Aarts und Gerald Hüther, Katrin Hohmann mit Klaus Kokemoor

In Ihrer sehr spannenden Unterhaltung tauschen sich die beiden Erstgenannten über Vielfalt der Lebendigkeit aus, angelehnt an liebevoll jetzt - mehr hierzu unter

Maria Aarts (Gründerin von Marte Meo) lädt uns ein: „Denke klein - Wenn Du einen kleinen liebevollen Moment gedacht hast, dann ist der Tag schon besser, mit sieben besseren Tagen hat man eine bessere Woche, bessere Wochen machen einen besseren Monat und bessere Monate machen ein besseres Jahr...“

Hüther (Neurobiologe) erläutert, dass unser Hirn sich nicht Probleme merkt, sondern nur Lösungen. Bei der Lösungsfindung wird das Belohnungszentrum aktiviert, und dies schüttet positive Botenstoffe aus. So werden die Netzwerke zur Lösungsfindung gestärkt. Deshalb, so der Neurobiologe, hilft uns trainieren nicht weiter, sondern das Erarbeiten der Lösungen – ebenfalls eine Seite der Lebendigkeit. Auch, wenn unsere subjektiven Erfahrungen ‚Gefahren‘ birken, dann, wenn unsere Lösungen in übermäßigen Konsum liegen, sei es z.B. Arbeit, Shoppen oder Alkohol.

Zum Video geht’s hier:

Aufmerksam machen möchte ich auch noch auf eine Podcast- Reihe von „nifbe“ (niedersächsisches Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung)

„Auf die ersten Jahre kommt es an“

Sehr interessant fand ich diese Folge: Das Kind, dass aus dem Rahmen fällt- wie Inklusion gelingt

Kathrin Hohmann im Gespräch mit Klaus Kokemoor, Autor des gleichnamigen Buches. Er berichtet von seinen reichhaltigen Praxiserfahrungen, lädt ein zur systemischen Blickweise und wie Hypothesen unseren Blickwinkel verändern können. Die Sendung finden sie hier unter:

„Der innere Ruf“

ist der erste Kino Film, den Kurt Gerwig und sein Team erstellt haben. Der Film folgt den Fragen:

 was ist mein Ruf? Was ist mir wichtig im Leben? Folge ich meinen Bedürfnissen, oder bin ich eher im Hamsterrad der -vermeintlichen Erwartungen an mich? Bin ich richtig, indem was ich tue? Welche Rollen spielen Bindungen und Beziehungen zu anderen Menschen?...

Neben dem bekannten Hirnforscher Gerald Hüther kommen Sina Elke von Berlepsch, Ulrich Müller, Ali Mahlodji, Matthias Hübner und Thomas Stolkmann zu Wort und erzählen ihre ganz eigenen Erfahrungen und Geschichten zu ihrem „inneren Ruf“. Dieser Film möchte dazu inspirieren, wieder mehr seinem Herzen zu folgen. 

Da die Kinos auf Grund von Corona geschlossen waren, liegt er nun als DVD vor – zu beziehen unter:

Aktueller „Gute-Kita-Bericht“

 der Bundesregierung ist erschienen, mehr dazu unter:

PiA-Ausbildung für KinderpflegerInnen

 Für die Ausbildung zur KinderpflegerIn hat das Kultusministerium nun das praxisorientierte Ausbildungsmodell veröffentlicht. Diese Ausbildung nennt sich nun „praxisintegrierte Ausbildung zur sozialpädagogischen Assistentin und zum sozialpädagogischen Assistenten“ – abgekürzt PiA SpA. Die klassische Ausbildung bleibt bei dem Namen „Staatlich anerkannte/r Kinderpfleger/in“.

Weitere Informationen finden Sie hier:

Wie lernen gelingt

Ein Reisebericht von Gerald Hüther über die Radtour durch Deutschland mit seinem Enkel. Hüther hat dabei folgende Voraussetzungen für gelingendes Lernen entdeckt:

- Intrinsische Motivation

- Beziehung

- Zeit

- Lassen!

Und beschreibt die Kompetenzen, die sein Enkel auf der Reise weiter entwickelt hat – sehr spannend! zu finden über

Bildung in Deutschland kompakt 2020

Alle zwei Jahre wird, gefördert durch die Kultusministerkonferenz und das Bundesministeriums für Bildung und Forschung, die Bestandsaufnahme des deutschen Bildungssystems erstellt. Grundlage sind sowohl sozialwissenschaftliche Erhebungen als auch Daten aus amtlichen Statistiken. Die unabhängige Autorengruppe zeigt den Stand und die Entwicklungsperspektiven des deutschen Bildungssystems auf – von der frühen Bildung über das Schulwesen, die berufliche Ausbildung und Hochschule bis hin zur Weiterbildung. Der Bildungsbericht wird unter Federführung des DIPF – Leibnitz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation betraut. Die Mitglieder der Autorengruppe Bildungsberichterstattung vertreten die folgenden Einrichtungen: DIPF, DIE, DJI, DZHW, LIfBi, SOFI, Statistische Ämter. Mehr Information:

Trägt das „Gute-Kita-Gesetz“ zur Verbesserung in der Qualität in der Kita bei?

Das Zentrum für Kinder- und Jugendforschung (ZfKJ) Freiburg, ist beauftragt, dies zu evaluieren, in Zusammenarbeit mit der Uni Bamberg und dem Ministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend. Dazu werden Fachexpertinnen und Experten zu verschiedenen Foren eingeladen:

Neuerungen in der Kooperation zwischen Kindergarten und Grundschule

Die seit längerem angekündigte Novellierung der Verwaltungsvorschrift des Kultusministeriums über die Kooperation zwischen Tageseinrichtungen für Kinder und Grundschulen ist nun da. Ab 01. August 2019 ist sie in Kraft getreten, und hat damit die bisherige VwV (Kooperation Kindertageseinrichtungen-Grundschulen) vom 14. Februar 2002 abgelöst.

Die VwV ist deutlich umfänglicher geworden und hat einen „Hinweis für Eltern“ und eine „Reflexionsbogen für die Kooperationslehrkräfte“ im Anhang.

Das Ministerium betont im Kapitel 1, Grundlagen und Ziele:

Die Zusammenarbeit von öffentlichem Gesundheitsdienst, pädagogischen Fachkräften und den für die Kooperation zuständigen Lehrkräften der Grundschulen (Kooperationslehrkräfte) soll eine ganzheitliche Sicht auf die Entwicklung des einzelnen Kindes ermöglichen:“

 

Als wesentliche Änderungen hebt das Kultusministerium folgendes hervor:

  • Zusammenarbeit mit den Eltern
  • Kooperation mit den Gesundheitsämtern
  • Orientierungsplan für die Kindertageseinrichtungen und Bildungsplan der Grundschule
  • Konkretisierung der Aufgaben
  • „regionale Ansprechpersonen“

 

Die VwV ist für die Schulen bindend, es gibt aber (bislang) keine Gesetzesgrundlage für Träger von Kindertageseinrichtungen. Der Abschnitt „Mitwirkung der Tageseinrichtungen“ findet sich so nicht wieder in der neuen Fassung. Im Kapitel 4ff wird die Zusammenarbeit zwischen Kita und Grundschule beschrieben. Betont werden, dass pädagogische Angebote gemeinsam durchgeführt werden, mit dem Fokus „den jeweiligen Entwicklungsstand der Schulanfängerin und Schulanfänger einschätzen zu können“ (vgl. hierzu VwV 4.2.1.) Unter 4.2.2 wirkt fortgeführt, dass die Kooperationslehrkraft ihre Einschätzung im Hinblick auf die Schulbereitschaft des Kindes dokumentiert und „…erteilt der pädagogischen Fachkraft Einblick in die auf dem Reflexionsbogen dokumentierten Daten.“

 

Im Kapitel zur Erziehungspartnerschaft wird das Einbringen von Wissen über die Entwicklung des Kindes der Eltern gewünscht und ist ein Austausch angestrebt. Die Eltern werden lediglich über „ Ziele, Inhalte und Maßnahmen der Kooperation informiert“, was nicht auf gelebte Erziehungspartnerschaft hindeutet. Kritisch zu sehen ist unter diesem Aspekt auch der Umgang mit dem Reflexionsbogen, der

„….im Rahmen der Schulanmeldung an die aufnehmende Schule weiter geleitet wird „ und die Eltern nur ein Kopie davon erhalten. (vgl. Vwv 4.2.2)

Zu finden unter:

Pakt für gute Bildung

Hier stellt das Land zusätzliche Mittel für die Intensivierung der Kooperation zwischen Kindertageseinrichtung und der Grundschule bereit. Damit soll der Zeiteinsatz der pädagogischen Fachkräfte für diese Aufgabe ‚abgegolten‘ werden. Zu diesem Zweck erhält jede Kindertageseinrichtung pro Jahr 1000€ (ab 01.10.2019).

Dabei sind die Größe der Kindertageseinrichtung und auch die Anzahl der kooperierenden Grundschulen unerheblich. Kritische Stimmen, wie z.B. von Gewerkschaftsseite, plädieren für eine Koppelung an die Zahl der Kinder bzw. an die Zahl der Kooperationspartner.

Leider hat das Kultusministerium noch nicht klar definiert, wer das Budget wie abrufen kann. Fragen Sie bei Ihrem Träger bzw. Ihrer Kommune nach.

Zu finden unter: